Die Website

Websites können ganz unterschiedlich sein – von einer einzigen Seite bis hin zu mehreren tausend Seiten. Damit du besser einschätzen kannst, wie der Umfang eines Projekts festgelegt wird, findest du hier einen kurzen Überblick. So kannst du prüfen, ob der vorgeschlagene Umfang wirklich zu deinen Bedürfnissen passt.


Welche Art von Website brauchst du?
Wie viele Seiten soll sie haben?
Wie soll sie aussehen?

Die Agentur, mit der du arbeitest, hilft dir dabei, diese Fragen zu klären. Trotzdem ist es hilfreich, selbst ein grobes Verständnis dafür zu haben, wie solche Entscheidungen zustande kommen.

Was sind die Ziele der Website?

Hier sind typische Ziele, die Unternehmen mit ihrer Website verfolgen:

  • Produkte oder Dienstleistungen verkaufen
  • Anfragen (Leads) generieren
  • Reichweite und Markenbekanntheit steigern
  • Expertise und Vertrauen aufbauen
  • Informieren und potenzielle Kund:innen weiterentwickeln
  • Unterhalten
  • Ein externes Vertriebsteam unterstützen
  • Partner oder Affiliates gewinnen
  • Eine E-Mail-Liste aufbauen
  • Werbeeinnahmen generieren

Das sind sogenannte „Ziele mit Konsequenz“. Anders gesagt: Sie sind wirklich wichtig.

„Unsere alte Website ist einfach nicht mehr zeitgemäß.“

Das Problem dabei: Eine Website einfach nur zu „modernisieren“ bringt keinen echten Mehrwert, wenn es keinen klaren Grund dafür gibt. Deshalb ist es wichtig, konkrete Ziele zu formulieren und zu wissen, warum man gutes Geld in dieses Projekt investiert.

Onepager oder mehrseitige Website?

Eine Website kann aus einer einzigen Seite bestehen oder aus vielen einzelnen Seiten. Beides kann sinnvoll sein – abhängig vom Geschäftsmodell, den Zielen und davon, wie die Website vermarktet werden soll.

Beispiel SEO: Wenn Suchmaschinenoptimierung (SEO) eine zentrale Rolle spielen soll, wird dir die Agentur sehr schnell sagen, dass dafür viele Seiten notwendig sind. Mit einem Onepager oder einer kleinen 5-Seiten-Website lässt sich im SEO kaum etwas bewegen.

Beispiel Werbung: Wenn du ein sehr klares Produkt oder eine klar definierte Dienstleistung hast und stark auf bezahlte Werbung (z. B. Google Ads oder Social Ads) setzt, kann ein Onepager durchaus gut funktionieren.

Ein Onepager ist fast immer günstiger als eine umfangreiche Website. Trotzdem sollte die Entscheidung „Onepager oder mehrseitig“ möglichst wenig mit dem Preis zu tun haben (mit einer kleinen Ausnahme). Sie sollte vor allem strategisch getroffen werden.

Die Ausnahme: Wenn das Budget begrenzt ist, du aber unbedingt mit einer bestimmten Agentur arbeiten möchtest. Dann kann es sinnvoll sein, mit einer einzelnen Seite zu starten und die Website später Schritt für Schritt auszubauen.

Wenn möglich, triff diese Entscheidung aber immer auf Basis der Strategie – nicht allein aus Kostengründen.

Fünf Seiten oder 50 Seiten?

Ein Satz, den Agenturen sehr häufig hören, lautet:

„Wir brauchen nur eine kleine Website, vielleicht fünf oder sechs Seiten.“

Dabei gibt es zwei typische Probleme:

  1. Kund:innen unterschätzen oft, wie viele Seiten nötig sind, um ihre Ziele wirklich zu erreichen.
  2. Die Anzahl der Seiten sollte von Expert:innen festgelegt werden – nicht nach dem Motto „Such dir einfach eine Zahl aus“.

Der Wunsch nach einer „kleinen Website“ signalisiert meist vor allem eines: Man möchte die Kosten begrenzen. Das ist absolut verständlich. Gleichzeitig ist es wichtig, dass die Website auch effektiv ist. Zentrale Seiten wegzulassen, nur um ein paar Euro zu sparen, kann langfristig deutlich höhere verpasste Chancen verursachen.

Ein Vergleich: Du würdest auch nicht zu deiner Anwältin oder deinem Anwalt sagen: „Wir brauchen einen Vertrag, aber bitte nur mit fünf oder sechs Absätzen.“ Sinnvoller ist es, für genau so viele Abschnitte zu bezahlen, wie für einen rechtssicheren Vertrag nötig sind.

SEO-Beispiel: Du sagst: „Wir brauchen eine Seite für ‚Dachreparatur‘.“ Für dich ist das eine Seite. Für SEO-Expert:innen sind das mehrere:

  • Reparatur von Ziegeldächern
  • Reparatur von Metalldächern
  • Reparatur von Flachdächern
  • Reparatur von Schieferdächern
  • und so weiter

Dazu kommen oft noch eigene Seiten für verschiedene Regionen oder Städte, in denen du gefunden werden möchtest.

Ähnlich ist es bei bezahlter Werbung (PPC). Anzeigen funktionieren am besten, wenn sie sehr spezifisch sind – und auf ebenso spezifische Landingpages führen. Deshalb braucht man häufig auch hier mehrere Seiten.

Kurz gesagt: Die Anzahl der Seiten ergibt sich aus deinen Zielen. Und um diese Ziele zu erreichen, sollte man den Empfehlungen von Fachleuten folgen.

Wie sollte die Website aussehen?

Statt zu fragen, wie die Website aussehen soll, ist die wichtigere Frage: Wer sollte darüber entscheiden?

Die Antwort: Ein professioneller Webdesigner oder eine professionelle Webdesignerin mit fundiertem Wissen in User Experience und Conversion-Optimierung.

Wenn du selbst kein Profi in diesem Bereich bist, solltest du Designentscheidungen nicht im Detail vorgeben.

Hier entsteht oft Konfliktpotenzial. Viele Kund:innen denken: „Ich bezahle dafür, also sollte ich stark mitbestimmen.“

Das Problem dabei: Wenn du einer Agentur klare Ziele vorgibst (z. B. mehr Anfragen, bessere Conversion, stärkere Marke) und ihr dann im Detail sagst, wie sie das Design umzusetzen hat, kann die Agentur für das Ergebnis nicht mehr wirklich Verantwortung übernehmen.

Wer ist dann verantwortlich? Du selbst.

Design ist ein zentraler Teil des digitalen Orchesters. Wenn du den Dirigenten ersetzt und dich anschließend wunderst, dass die Musik nicht gut klingt, liegt das Problem nicht beim Orchester.

Heißt das, du darfst gar kein Feedback geben? Natürlich nicht.

Wenn sich ein Design nicht richtig anfühlt, nicht zur Marke passt oder einfach nicht überzeugt, solltest du das unbedingt ansprechen. Auch konkrete Dinge, die dir nicht gefallen, darfst du benennen.

Was du vermeiden solltest, ist sehr detailliert vorzugeben, wie genau etwas geändert werden soll. In dem Moment übernimmst du eine Rolle, für die du nicht ausgebildet bist – und das Ergebnis gefällt am Ende oft nur dir selbst, wirkt auf Besucher:innen aber schnell unprofessionell.

Du bestimmst den Umfang!

Da du der Auftraggeber bist, hast du eine Sache komplett in der Hand: den Projektumfang. Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

  1. Lass die Expert:innen entscheiden, was notwendig ist.
  2. Frag nach, wenn dir der Mehrwert eines Punktes nicht klar ist.
  3. Änderungswünsche sind okay – versuche aber nicht, selbst zum Experten zu werden. Das ist am Ende Selbstsabotage.
  4. Bitte um eine Reduzierung des Umfangs, wenn das Budget überschritten wird.

Am Ende bestimmst du den Umfang, weil du über das Budget entscheidest. Eine gute Agentur sollte in der Lage sein, den Projektumfang an dein Budget anzupassen – mit dem Hinweis, dass sich dadurch Ziele, Ergebnisse und Marketing-Strategien verändern können.

Wenn du mit den Konsequenzen eines reduzierten Umfangs leben kannst, ist das völlig legitim. Gute Websites sind modular, skalierbar und wachsen mit der Zeit. Du kannst später jederzeit erweitern.

Deshalb solltest du eine Agentur nicht einfach nur nach dem Preis bewerten. Wenn eine Agentur sehr gut ist, du dir aber nicht das komplette Paket leisten kannst: Sprich über eine kleinere Lösung. So arbeitest du trotzdem mit einer starken Agentur zusammen und kannst den Umfang Schritt für Schritt ausbauen, sobald es das Budget erlaubt.